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Junkers Jumo 213 J

Junkers Jumo 213 J

Eins der wenigen Bilder zum Jumo 213 J. Diese Aufnahme enstand 1947 und auf anderen Bildern sieht man Teile vom zerlegten Triebwerk. Ich glaube, dass es heute kein Exemplar mehr gibt. Leider!

Nachfolgend gibt es eine Zusammenstellung der Unterschiede zwischen Jumo 213 J und Jumo 213 EB von JFM Motorenvertieb, Januar 1945.

Untersetzungsgetriebe: Begründung:
Propellerwelle 40 mm länger, dgl. Einsätze für Ölführung zur Luftschraube. Verbesserung der Luftschraubenblattfestigkeit, kein Ausschnitt am Blatt zur Freigängigkeit am Kühlerkopf.
Getrieberäder (Ritzel und Stirnrad) neu. Zahnzahl 25/68 Änderung der Untersetzung infolge der Drehzahlsteigerung
Getriebegehäuse am Übergang zum Kurbelgehäuse formgeändert. Wagen der Erhöhung des Kurbelgehäuses.
Kurbelgehäuse:
Trennfläche zur Haube 60 mm höher gelegt. Haube neu - flach ausgebildet Luftquerschnitt zwischen den Lagerstühlen vergrößert zur Vermeidung der Pumpverluste und Versteifung des Kurbelgehäuses.
Wasserführung angegossen Bearbeitungsersparnis
Lagerbügel verstärkt Drehzahlsteigerung
Zylinderbefestigungsschrauben verlängert größere Elastizität
Bohrung zur Aufnahme der Laufbüchse von 160 auf 163 mm Durchmesser Vergrößerung der Bohrung in der Laufbuchse
Luftrohr von 115 auf 125 mm Durchmesser Vergrößerung des Luftdurchsatzes.
Kurbelwelle:
neue Verzahnung für Ritzel und geändete Verspannungselemente kleinerer Ritzeldurchmesser durch Vergrößerung der Untersetzung
Pleuel und Kolben:
Haupt- und Nebenpleuel sowie Kolben neu. Drehzahlsteigerung
Laufbüchse:
Neu, mit 6 kurzen Zugankern -reines Drehteil, Bohrung von 150 auf 154 mm vergrößert bessere Abdichtung, Fertigungsvereinfachung, Vergrößerung des Hubvolumens.
Zylinderkopf:
Neu, 4 Ventile (je 2 Ein- und Auslaß) 2 Nockenwellen, größere Gehäusesteifigkeit, verbesserte Abdichtung für Rückstoßdüsen und Abgaswanne vom Triebwerk. Thermodynamische Verbesserung; Möglichkeit zur Verstellung der Steuerzeiten zur Erhöhung der Vortriebsleistung im Schnellflug.
Apparatateil mit Hilfsgeräten:
Lader neu Vergrößerung der Fördermenge -größere Höhenleistung
Ladeluftkühler neu - Größe und Lage wird mit Zelleneinbaufirmen geklärt - Zellanfreigängigkeit größere Nennleistungshöhe und Höhenleistung
Schaltgetriebe und Laderantrieb neu größere Lader-Antriebsleistung
Motor-Bediengerät kann bleiben oder Einheits-MBG bewirkt Kraftstoff-Ersparnis bei Steigleistung und Voll-Leistung (60 + 100 l/h)
Leerlaufdrossel geändert größerer Luftdurchlaßquerschnitt
Neue Zahnräder für Waffengeberabtrieb und Drehzahlanzeiger Änderung der Luftschrauben-Untersetzung
Generatorabtrieb evtl. mit hydrischer Kupplung Verminderung zu hoher Generatordrehzahlen und Erhöhung der Nennleistung im niederen Drehzahlbereich.
Zweiter Kühlkreislauf für
Ladeluft- und Ölwärmeabfuhr; neue bzw. geänderte Kühlstoffpumpe Tiefkühlkreislauf mit ca. 100 °C
Kühlstoff-Haupt-Kreislauf:
angestrebt mit 130°C größerer Anfall von Motorwärme -Verbesserung der Wärmeabfuhr
Luftschraube:
4 flgl. VS 19 Aufnahme der größeren Höhenleistung
Schmierkreislauf:
hier können im Verlaufe der Erprobung noch verschiedene Änderungen, anfallen. durch Drehzahl und Leistungssteigerung.
Triebwerke:
Auspuffanlage neu Vergrößerung der Rückstoßenergie und Verbesserung der Abdichtung
Ansauganlage neu größerer Ansaugquerschnitt

Es wird angsstrebt, trotz der größeren Wärmeabgabe vom Motor, Ladeluft und Schmierstoff, die wesentlichsten Bauteile vom Einheitskühlerkopf beizubehalten. Eine konstruktive Festlegung des Ludeluftkühlers - der entscheident die Höhenleistung des Motors beeinflußt - kann erst nach Klarlegung der Einbauverhältnisse mit der Zellenseite erfolgen.
Die ersten Probeläufe vom Jumo 213 J fanden im Dezember 1944 statt und alle Erwartungen wurde erfüllt, dabei erreichte man 4000 U/min. Zu einer Serienfertigung kam es nicht mehr. Der Jumo 213 J wurde nach dem Krieg in die USA verschifft. Fotos von diesem Jumo sind auf der Seite National Air and Space Museum zu sehen.

"Betreff: Jumo 213 J

(Mitteilung von Focke-Wulf an Jumo über das Ergebnis des Besuchs von Junkers Mitarbeitern bei Focke-Wulf, 13.02.1945)

Der Jumo 213 J ist eine Weiterentwicklung des 213 E. Startleistung etwa 2700 PS. Leistung in 10 km Hohe etwa 1900 PS. (Für den 213 E gelten heute: Startleistung 2100 PS, in 8,2 km Hohe rund 1600 PS). Junkers bringt gleichzeitig Erhöhung das Strahlschubes von 220 auf 300 kg. Damit ist die Größe dieses Strahlschubes in 10 km Höhe etwa gleich dem Strahlschub des 1000 kg TL-Gerätes. Abzuführende Wärmemenge für Wasser und Ladeluft beim 213 E 480 000 Wärmeeinheiten, beim 213 J 700 000 Wärmeeinheiten. Das Mehrgewicht des Motors soll etwa 10 bis 12 kg betragen.

Termin: Serienausbringung bei uns (Focke-Wulf) etwa November 1945
Triebwerk für Musterflugzeug 1. Juni 1945

Der Einbau ist in die Ta 152 H und B5 (gegebenenfalls auch in die Ta 152 C) möglich. Triebwerksentwicklung einschließlich Verkleidung zwischen Kühlerkopf und Spant 1 bei Jumo. Unsererseits ist Verbindung wegen zellenfester Verkleidung mit der Triebwerksentwicklung bei Jumo engstens aufzunehmen. Das gesamte Triebwerk muß aus Freigängigkeitsgründen zwischen Ladeluftkühler und unserem Spant 1 um etwa 30 mm vorgerückt werden. Untersuchungen hierüber laufen. Zellenseitig ist je nach Verlauf unserer augenblicklichen Stabilitätsuntersuchungen an der Ta 152 C und H unter Umständen eine größere Höhenflosse zur Erhöhung der Grundstabilität einzusetzen. Durch die Vorverschiebung des Motors muß außerdem eine Lafettenänderung für die Motorwaffe erfolgen. Luftschraubenseitig wird durch uns bis zum 15.2. geklärt, ob eine 4-flügelige Schraube ohne Luftschraubenwellen-Verlängerung oder die bisherige 3 flügelige Schraube mit einer Nabenverlängerung für uns in Frage kommt (Stabilitäts-Einfluß)! Die beträchtliche Motor-Leistungssteigerung um rund 500 PS in großen Höhen läßt die Schaffung eines neuen aerodynamisch hochwertigen Tragwerks notwendig erscheinen (Laminarprofil; durch neue Konstruktion, bessere Oberflächenglätte: Stahlgurt und Hydronalium-Preßteil für den vorderen Holmsteg mit der Fahrwerks- und Waffenlagerung). Erste Verhandlungen hierüber mit dem OKL durch Herrn Klemm. Zu dem vorhandenen Flügelentwurf ist ein 2. Entwurf bereits veranlaßt, der eine weitere Herabsetzung der Flügeldicke zur Erhöhung der kritischen Machzahl als Folge der Möglichkeit weiterer Motor-Leistungssteigerung vorsieht."