Junkers Jumo 213

Junkers Jumo 213

Der Jumo 213 ist die direkte Weiterentwicklung vom Jumo 211 und hat die gleichen Zylinderabmessung wie der Jumo 211, aber gegenüber dem Jumo 211 wurde das Triebwerk auf höchste thermische und mechanischen Belastung ausgelegt.
Überraschend war für mich, daß der Jumo 213 eine kleinere Stirnfläche besitz als der Jumo 211. Wenn man neben den Triebwerken steht, wirkt der Jumo 213 kompakter und wuchtiger. Die Länge des Jumo 213 (207 cm) ist um 32 cm länger gegenüber dem Jumo 211 (175 cm), die Breite (um 8 cm) und Höhe (um 14 cm ) sind kleiner als beim Jumo 211. Eine kleinere Stirnfläche des Triebwerkes bietet aerodynamische Vorteile und eine höhere Endgeschwindigkeit.

Vom Jumo 213 wurden über 9000 Stück, vom Mitte 1942 bis Kriegsende, gebaut. Eins der Triebwerke, die überlebt haben, ist der Junkers Jumo 213 AG-1 im Aviaticum Wiener Neustadt (auf dem oberen rechten Bild) und ein Junkers Jumo 213 A-1 (auf den unteren rechten Bild aus dem Deutschen Museum). Der Jumo 213 A-1 aus dem Deutschen Museum ist ein "nacktes" Triebwerk. Aber ein Besuch des Deutschen Museum auf der Museumsinsel in München lohnt sich trotzdem. Neben dem Jumo 213 sind die "Innereien" wie Kurbelwelle, Kolben, Zylinderbüchse, Nockenwellen Ventile, Wellen und Zahnräder aus dem Apparateteil, Untersetzungsgetriebe und Propellerwelle so zu sehen, wie sie im Motor verbaut wurde. Sehr interessant und so in keinem Museum zu sehen.

Gegenüber dem Jumo 211 mit 11 verschieden Einspritzpumpen hat der Jumo 213 doch noch 12 verschiedene Einspritzpumpen hervorgebracht. Da der Einspritzpumpenregler beim Jumo 213 an der Einspritzpumpe fehlt und diese Funktion vom Motorbediengerät (MBG) übernommen wird, bleibt gegenüber der 9-2021 E-2 (letzte Einspritzpumpe des Jumo 211) nur noch die "Hälfte" der Einspritzpumpe übrig. Zu den Einspritzpumpen für den Jumo 213 oder zum Triebwerk allgemein gibt es wenige Dokumente wie Ersatzteillisten, Beschreibungen und Handbüchern. Anhand dieser Dokumentation konnte ich bisher 12 verschiedene Baumuster der Einspritzpumpe für den Jumo 213 finden. Nachfolgend eine Aufstellung der mir bekannten Einspritzpumpen und deren Zuordnung.

Baureihenübersicht Jumo 213

 Triebwerk  Bemerkung  Einsatz
 Jumo 213 A-1  Einspritz-Otto-Flugmotor mit Hochdrucklader, Dralldrossel, automatischer Druckregelung und automatischem Zweigang-Schaltgetriebe zur selbsttätigen Umschaltung des Laders von Boden-auf Höhenlader und umgekehrt. Ein-Hebel-Bediengerät mit Stopstellung am Leistungshebel, Drehzahlwahl und automatischer Anreicherung. Luftschrauben-Untersetzung 2,4:1 nkw=3250 nl 1354 U/min Eingerichtet zum Anbau einer Junkers Verstellluftschraube VS 111 (keine Durchschußschraube) mit Segelstelleinrichtung (Junkers Jumo 213 Einbauunterlagen vom 02.11.1943).  Ju-188 A-2 und A-3, C-2, D-2, G-2, und G-3, H-2,
 (9-8013 B-2 mit VS 111)
 Ju-88 G-2 und S-3 (9-8013 B-2 mit VS 111),
 Ta-154 C (9-8213 C-1 mit VS 111),
 FW-190 D (9-8213 E-1 mit VS 111)
 Jumo 213 AG-1  umgebaute A-1 Version mit Motorbediengerät MBG 9-9011 G-1. "Mit Einführung der Motorbediengeräte 9-9011 G-1 (siehe Erfahrungsbericht 213/43) wurde eine weitere Möglichkeit geschaffen, die Startleistung ebenfalls um ca. 150 PS zu erhöhen und zwar durch Ziehen des Notzuges bei Vollgasstellung des Leistungshebels. Die Entnahme dieser Sonderstartspitze ist bei allen Motoren Jumo 213 A, E und F möglich, soweit diese mit den G-1 Geräten ausgerüstet sind. Zur Kennzeichnung der 213 A mit G 1-Geräten wird die Motorbezeichnung noch um das Geräte Zeichen "G-1" erweitert* Der Motor heißt dann "Jumo 213 A G-1". Da die 213 E/F Motoren bis auf wenige Stück von Anfang an mit dem G-1 Gerät kommen, wird hier auf die „G-1“-Kennzeichnung verzichtet. (siehe Erfahrungsbericht 213/53 vom 31.10.1944)
Mit dem Erfahrungsbericht 213/70 wurde wegen technischer Probleme beim Notzuges der Erfahrungsbericht 213/53 für Ungültig erklärt und die Bezeichnung Jumo 213 A G-1 ist aus allen technischen Unterlagen zu streichen (Erfahrungsbericht 213/70 vom 08.01.1945).
 
 Jumo 213 C-1  beim Übergang auf VS 9 muß Jumo 213 A in Jumo 213 C um gestellt werden. (Aktennotiz Bauprogramm Jumo211 und 213). Wie 213 A, jedoch mit Antriebsgehäuse für 3 Doppelschußgeber, Zentralwaffeneinbau und eingerichtet zum Anbau einer Junkers Verstell-Luftschraube VS 9 bzw. VS 10 Durchschußschraube (Junkers Jumo 213 Einbauunterlagen vom 02.11.1943).  Ta-152 A (9-8213 B-1 mit VS 9),
 Ta-152 B (9-8213 FA-1 mit VS 9)
 Jumo 213 E-1  Einspritz-Otto-Flugmotor mit Doppellader und vom Kühlkreislauf beaufschlagtem Ladeluftkühler, Dralldrossel, automatische Druckregelung, automatischem 3 Gang-Schaltgetriebe. Einhebel-Bediengetriebe mit Stopstellung am Leistungshebel. Drehzahlwahl und automatische Anreicherung, zentraler Waffeneinbau und Abtrieb für 3 elektrische Doppelschußgeber. Luftschrauben-Untersetzung 2,4:1 nkw=3250 nl=1354 U/min. Eingerichtet zum Anbau einer Junkers Verstell-Luftschraube VS 9 bzw. VS 19 (Durchschußschraube).  Ta-152 A (8213 F-1),
 Ta-152 B (9-8213 FB-1 mit VS 9),
 Ju-188 G-2 / H-2 (8213 D-1 mit VS 9 bzw. VS 19),
 FW-190 D (9-8212 E-1 mit VS 111),
 Ta-154 (8213 G-1 mit VS 9)
 Jumo 213 EB  Sonderausführung, Weiterentwicklung des Jumo 213 E durch Ladedrucksteigerung, Höhenmotor, C3 Kraftstoff, zweistufigen Dreiganglader und Ladeluftkühler, im Triebwerk 9-8213 D, FH, FE und H 2, zugehörige Lufschraube VS 9, (Baumuster-Übersicht Jumo 213 vom 05.03.1945)  
 Jumo 213 F-1  Jägermotor, wie E-1 jedoch ohne Ladeluftkühler, dafür zwangsläufige Kühlung der Ladeluft durch WM-Einspritzung im 3. Ladergang, im Triebwerk 9-8213 H-1, zugehörige Luftschraube VS 9  
 Jumo 213 J  Weiterentwicklung durch Drehzahlsteigerung, mit 4 Ventilen
 Quelle: Wesentliche Unterschiede des Jumo 213 J gegenüber Jumo 213 EB, Januar 1945
 mit VS-19

Quellen:
Jumo 213 Anlage zur Einbaumappe 131 vom November 1943
Baumuster-Übersicht Jumo 213 vom 05.03.1945

(mit freundlicher Unterstützung von Luftarchiv Hafner und Deutsches Museum)


Übersicht Einspritzpumpen Jumo 213

 Einspritzpumpe  Triebwerk  Quelle
 9-2021 B-2  Junkers Jumo 213-0  Bericht B/150 Einspritz-Einrichtung Type 2021 A-2, B-2 (15. August 1940)
 9-2021 B-3  keine Serienfertigung, Erprobung  
 9-2021 C-1  Junkers Jumo 213-1  Bericht B/143 Einspritzpumpe für den Motor 213-1 (6. Juli 1940)
 9-2021 E-3  Junkers Jumo 213 A  Projekt: Jumo 213 A mit A-Lader (Bericht B/499: Möglichkeit zur Verwendung von Jumo 213 Motoren für Schlachtflugzeuge, 22.03.1945)
 9-2021 F-2  Junkers Jumo 213 A-0  Jumo 213 A-0 Motoren-Handbuch (Stand Juli 1942)
 9-2021 F-3  keine Serienfertigung, Erprobung  Baumustermitteilung Einspritzpumpe Jumo 213 Nr. 3 vom 28.03.1942
 9-2021 F-4  Junkers Jumo 213 A-1 und C-0  Jumo 213 A-1 und C-0 Motoren-Handbuch (Stand Dezember 1943)
 9-2021 G-1  Junkers Jumo 213 A-1, C-0, und E-1  Jumo 213 A-1 Ersatzteil-Liste (Stand Januar 1944)
 9-2021 G-2  Junkers Jumo 213 E-1, Flugerprobung  Bericht B/400 Spielbeseitigung an der Stempelführung für E.P. (22. Juli 1943)
 Baumuster-Mitteilung Motoren-Geräte I, Jumo 213, Nr.1, Freigabe Einspritzpumpe 9-2021 G-2
 9-2021 G-3  Junkers Jumo 213 EB-1, F-1  Ersatzteil-Liste Einspritzgerät: 9-2021 G-1 und G-3 (Stand Dezember 1944)
 9-2021 H-1  Junkers Jumo 213 A-1 und C-0  Jumo 213 A-1 Ersatzteil-Liste (Stand Januar 1944)
 9-2021 P-1  Junkers Jumo 213 A-1 und E-1  Propanausführung für 9-2021 G-1, Vergleichsliste Einspritzpumpen Jumo 211, 213 und 222, 15.04.1944
(Quelle: siehe Tabelle, mit freundlicher Unterstützung von Luftarchiv Hafner und Deutsches Museum)

Einspritzpumpen

 Einspritzpumpenversion  Sachnummer  Motorbediengerät  Entlüfter-Zahnradpumpe
 9-2021 B-2      
 9-2021 C-1  9-2021.13-000    
 9-2021 E-3    9-9011 H-1  
 9-2021 F-2  9-2021.18-000    
 9-2021 F-4  9-2021.19-000  9-9011 F-5  9-2293 A-1 und B-1
 9-2021 G-1  9-2021.09-000  9-9011 F-5, G-1  9-2293 B-1 und C-1
 9-2021 H-1  9-2021.07-000  9-9011 F-5  9-2293 A-1
 9-2021 G-2  9-2021.08-000  9-9011 F-5  9-2293 C-1
 9-2021 G-3  9-2021.06-000    
 9-2021 P-1  9-2021.26-000    
 Kraftstoffbezeichnung  Oktanzahl (ROZ)
 B1  70–80
 B2  87
 B4  87
 C3  100

Survivors oder was noch übrig geblieben ist:

Junkers Jumo 213 AG-1 im Militär Historischem Museum Berlin Gatow

Junkers Jumo 213 AG-1 im Aviaticum Wiener Neustadt

Junkers Jumo 213 J im Smithonian National Air and Space Museum

                               
             

Jumo Einspritzpumpen

 

Junkers Jumo 205

 

Junkers Jumo 210G

 

Junkers Jumo 211

 

Junkers Jumo 213

     

hier gibt es einen Überblick über alle 11 verschiedenen Versionen der Einspritzpumpen von Junkers 211/213 und Jumo 205

 

ein Vorläufer, der uns bekannten Einspritzpumpen, ist die vom Jumo 204/205. Auch hier gibt es einen kleinen Einblick in die Technik.

 

mit diesem Triebwerk begann in größeren Stückzahlen die Fertigung der Einspritzpumpen für Junkers Benzinmotoren.

 

auf diesen Seiten werden die Einspritzpumpen vom Junkers Jumo 211 beschrieben, die Unterschiede der einzelnen Versionen erklärt.

 

auf diesen Seiten werden die Einspritzpumpen vom Junkers Jumo 213 beschrieben, die Unterschiede der einzelnen Versionen, soweit möglich, erklärt.