Junkers Jumo 213

Junkers Jumo 213 AG-1 im Aviaticum Wiener Neustadt

Für mich ist dieses Triebwerk das am Besten erhaltene und ursprüngliche Triebwerk, das ich kenne. Hier passt die Farbgebung und die kleinen Details. Ausgewiesen ist das Triebwerk mit einem Jumo 213 E-1. Folgende Dinge sprechen dagegen. Auf dem Infoschild und auf dem Triebwerk steht die Seriennummer drauf und lautet 1111524340 G-1. Den Zusatz G-1 hinter der Seriennummer gab es nur eine kurze Zeit lang (vom 31. Oktober 1944 mit dem Erfahrungsbericht 213/53 eingeführt und bis 8. Januar 1945 mit Erfahrungsbericht 213/70 wieder abgeschafft) für umgebaute Jumo 213 A-1 mit dem neuen Motorbediengerät 9-9011 G-1. Ab dieser Version des Motorbediengeräte gab es einen Notzugbetrieb (Sonderstartspitze), die ca. 150 PS zusätzliche Leistung beim Start bis 500 m brachte. Um diese neuen Triebwerke unterscheiden zu können, wurde die Bezeichnung G-1 eingeführt. Bei den Versionen E und F war, bis auf ganz wenige Triebwerke, von der Produktion schon mit Motorbediengeräten 9-9011 G-1 ausgestattet und eine Bezeichnung mit G-1 war nicht notwendig. Wegen technischer Probleme und unterschiedlicher Leistungen der Triebwerke bei zweimotorigen Maschinen, wurde die max. Drehzahl wieder auf 2700 U/min begrenzt, die Bezeichnung G-1 wurde somit hinfällig und sollte aus allen technsichen Unterlagen wieder entfernt werden.

Der zweite offensichtliche Punkt ist die Verstell-Luftschraube VS 111 bei diesem Triebwerk, die keine Durchschußmöglichkeit besaß. Die Versionen Jumo 213 C, E und F wurden mit der VS 9 bzw. 19 (mit Durchschußmöglichkeit) ausgestattet. Auf der rechten Seite ist die VS 111 beim Jumo 213 AG-1 im Aviaticum zu sehen.
Ein Merkmal des Jumo 213 E ist der Ladeluftkühler, die erst mit der E-Version eingeführt wurde (die Versionen A/C/F hatten keinen Ladeluftkühler gehabt). Das Triebwerk im Aviaticum hat keinen Ladeluftkühler. Das nächste Bild aus dem selben Blickwinkel auf den Ladeluftkühler



Hier ein weiteres Bild zur Veranschaulichung für die Größe und Position der Ladeluftkühlers des Jumo 213 E.



Quelle: Ausschnit aus der Einbauzeichnung 9-213.1140.11 Jumo 213 E-0 und BR1 vom 01.10.1943, Archiv des Deutschen Museums


Quelle: Focke-Wulf Ta 152 H-0 Homepage

Den bisher einzigen Jumo 213 E, den ich kenne, steht in den USA im National Air and Space Museum. Die Ta-152 H-0 wird zurzeit restauriert und da das Triebwerk in einem Motorgerüst steht, ist der Ladeluftkühler schwer zu erkennen. Hier ein Blick von der linken Seite auf die Rückseite des Laders mit angeschlossenem Ladeluftkühler.



Quelle: Ausschnit aus der Einbauzeichnung 9-213.1140.11 Jumo 213 E-0 und BR1 vom 01.10.1943, Archiv des Deutschen Museums

Es gibt noch mehrere Unterscheidungsmöglichkeiten, z.B. die unterschiedlichen Kurbelgehäuse und Zylinderköpfe zwischen den Versionen A/C und E/EB/F. Leider geben es meine Bilder nicht mehr her, um diese Unterschiede aufzeigen zu können.